Harry Potter - Ein verzauberter Nachmittag am 02.12.04

Man macht die Tür auf und denkt, man sei in einer anderen Welt gelandet. Spinngewebe hängen von der Decke und an den Wänden, eigenartiges Getier kriecht und krabbelt überall umher. Auf einem Holztisch stehen Flüssigkeiten, wie „Wellhornschneckensaft“ oder „Furunkelsaft“. Daneben sind Schälchen mit giftigen Schlangenzähnen, die von eigenartigen Dämpfen umwabbert werden. Bücher, die von einem Jungen und seinem Leben erzählen stehen gleich daneben. Lichter und Kerzen tauchen alles in eine unheimliche Stimmung. Das einzig Normale scheint der Fernseher, der aber schon von einer Spinne eingenommen wurde.
Nun kommen Gestalten in diesen Raum, die genauso eigenartig sind wie dieser. Kinder, mit schwarzen Umhängen und roten Schlipsen, mit blitzförmigen Zeichen auf der Stirn und spitzen Hüten. Sie setzten sich auf bereit gestellte Stühle und plötzlich taucht aus dem Hintergrund eine hoch aufragende Gestalt auf.
„ Ich begrüße euch auf Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei! “

Wir schreiben den 02. Dezember diesen Jahres, einem Donnerstag, als ausgewählte Kinder der Grundschule Trebbin dieses miterleben. Alles auf freiwilliger Basis, versteht sich. Denn diese Kinder wollten einen Nachmittag der ganz besonderen Art erleben: Einen Harry Potter Nachmittag. Dazu brachten sie viele schöne Schmuckelemente mit sich und verkleideten sich, als Schüler der Zauberschule Hogwarts. Ich musste schon lächeln, als ich all die erwartungsvollen Gesichter sah, auf deren Köpfe größtenteils spitze, schwarze Hüte saßen. Organisiert wurde das Ganze von Frau Oppermann und Mr. McGonagall, einer Lehrerin von der Hogwartsschule, die zur Unterstützung Eltern und Großeltern einluden. Und dann begann alles. Vorgestellt wurde nur das erste Buch der siebenbändigen Reihe der Joanne K. Rowling und das war auch gut so, denn wir schafften nicht einmal die Verfilmung des „Der Stein der Weisen“ zu sehen. So wurde drei Stunden lang von Großeltern, Eltern, Töchtern und Söhnen Textstellen vorgelesen und allgemein die Geschichte des ersten Bandes erzählt. Zwischendurch durften die Kinder mit rotglühenden Wangen ihren Mut beweisen und von Gebräuen wie den „Wellhornschneckensaft“ kosten. Toll fand ich, dass die Kleinen trotz sechs Stunden Unterricht noch drei weitere ausgehalten haben. Um 18.30 Uhr war der Zauber der vergangenen Stunden leider verflogen, denn nun musste alles aufgeräumt und auf die Eltern gewartet werden, die ihre kleinen Hogwartsschüler wieder abholten. Bonny Oppermann